Das Buch der Träume
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Visuelles Verbrechen von Louis Cyphre



Die rote T?r

* Eine Geschichte von Annette Emanuel *


F?r Geronimo


Ich konnte ihn nicht ansehen, doch ich ging direkt auf ihn zu.
Seine Bl?tter rauschten im Wind, und links und rechts von mir waren Weinreben. Der Pfad war schmal, und ich achtete nur auf den Weg direkt vor meinen F??en.
Es hatte geregnet, und der Geruch war unverwechselbar: w?rzige, feuchtwarme Erde.
Ich ging langsam, und einen Augenblick lang hatte ich das Gef?hl, dass der Boden unter mir wie ein Laufband hinter mich glitt und dass ich niemals in der Lage sein w?rde, die Rinde des Baumes zu ber?hren.
Der Baum stand alleine, und seine Gr??e lie? weniger ein Rauschen als ein Rascheln seines Bl?tterkleids zu. Die Weinreben waren ein St?ck abseits, und der Blick nach S?dosten ?ber die Weinberge entlang des Waldrandes war atemberaubend, besonders im Licht der untergehenden Sonne.
Hier war er gr??er, und seine Krone erstreckte sich mehr als zehn Meter ?ber dem Erdboden. Der Wind fuhr durch sein dichtes Bl?tterwerk, und das Rauschen war wie eine dr?ngende Stimme, die an etwas erinnerte, das ich lieber vergessen will, aber niemals vergessen kann.

Ich sp?re die W?rme der Sonne auf meiner nackten Haut, und als er sich ?ber mich beugt, ist sein Schatten wie ein Streicheln.
Ich l?chle, weil ich wei?, dass er mich jetzt k??t, und seine K?sse werden vielleicht an meinen Lippen beginnen, aber nicht bei ihnen enden. Er wird sich Zeit nehmen, mich zu k?ssen wie noch niemand zuvor, und es gibt nichts, das ich nicht zulassen werde.
Seine Lippen sind weich an meinem Bauch, seine Zunge spielt in meinem Nabel, und sein Atem ist hei? wie der eines wilden Tiers. Ich schlinge meine Beine um seinen R?cken und presse seinen Kopf fest an mich.

Als ich aufschaue, sind die Bl?tter genauso rot wie die Rinde.
Nein, sie sind ein wenig heller, weil das Sonnenlicht das Rot ver?ndert, ein blutiges, lebendiges Rot.
Ich bin sicher, dass der Baum mein Blut trinkt, wenn ich die Rinde ber?hre, und jetzt bin ich froh, dass der Boden unter meinen F??en nach hinten gleitet.
Aber jemand hat das Laufband abgestellt, und weil ich nicht aufh?ren kann zu gehen, n?here ich mich dem Baum nun schneller, bis ich nur noch sein blutiges Rot sehe. Ich schlie?e die Augen und erinnere mich an den Schwarzen, an seine Stimme und seine lackierten Fingern?gel.
Ich glaube ihm nicht und gehe in den n?chstbesten Laden, um nach dem Weg zu fragen.

In Manhattan hat es erst richtig angefangen, nachdem schon alles zuende war, und es gab keine Nacht, in der wir es nicht getan haben.
Doch diese eine Nacht, diese eine Nacht...

Den Baum zu umarmen tut ein bi?chen weh, die Rinde ritzt meine Arme; es f?hlt sich warm und feucht an, als er mein Blut zu trinken beginnt.

In meinen Tr?umen sehe ich ihn manchmal, wie er sich zu mir umdreht, nachdem er mit ihm fertig ist. Ich bin vor Angst wie gel?hmt, obwohl ich erleichtert sein m??te, dass er ihn nach dem Angriff auf dem Boden hat. Doch als er sich zu mir umdreht, sind seine Lippen zu rot, und sein L?cheln sieht wie ein Z?hnefletschen aus.
Er krallt sich in meinen Arschbacken fest, als ich ihn reite, und die Dinge, die er sagt, heizen mich noch mehr an. Dann verschlie?t sie ihm den Mund, und ich sp?re ihre Lippen auf meinen, ihre Bewegungen vollkommen im Gleichklang. Er ist so hart und hei? in mir, und als ihre Zunge mit meiner zu tanzen beginnt, springe ich ?ber die Klippe.
Die Sonne blendet meine Augen, w?hrend ich falle, die Arme zur Seite hin ausstrecke und meine Freude hinausschreie, und als ich ins k?hle Wasser eintauche, steigen die Luftbl?schen wie funkelnde Diamanten um mich auf. Als wir uns einen Moment lang ansehen, hat sie die Augen einer G?ttin, und ihr L?cheln zaubert ein L?cheln auf mein Gesicht, w?hrend er unter mir die Beherrschung verliert und unter ihr laut aufst?hnt in einem Gef?hl, das auch sie st?hnen l??t, und einen Augenblick lang fallen alle Welten, alle Erinnerungen in diesem einen Punkt zusammen, in dem Zeit keine Rolle mehr spielt.
Obwohl sie auf seinem Gesicht sitzt, kann ich seine Augen sehen, ein Blau wie von Bergseen, und ich bin sicher, dass er schmutzig l?chelt, w?hrend er hei? in mir kommt.
Aber als sie von ihm absteigt, sind seine Locken feucht, sein Gesicht ist das eines Kindes, und seine Augen strahlen.

War alles nicht mehr als ein Traum, den ich getr?umt habe?
Ist auch das Gef?hl, bei lebendigem Leib getrunken zu werden, nicht mehr als ein Traum?
Ich lege den Kopf in den Nacken und sehe, wie der Wind mit den Bl?ttern spielt. Es ist dunkel geworden, doch ich kann das Rot immer noch sehen. Das ist unm?glich, und da wird mir klar, dass zumindest dies ein Traum sein mu?, und pl?tzlich kann ich mich aus seiner t?dlichen Umarmung l?sen, und ich stehe wieder vor der roten T?r.
Ich bemerkte den Asiaten erst, als er mich ansprach. Er war wie ein Schatten, und er wurde erst mit seiner Bewegung lebendig. Ich war so in Gedanken, dass ich erschrak.
Ich f?hle wieder seine Hand auf meiner Schulter, und ich brauche mich nicht zu ihm umzudrehen, um zu wissen, dass ich ihm nicht trauen kann. Ich erinnere mich an die Terrarien, und ich wei?, dass ich mich nur umdrehen, nur wenige Meter bis zur Stra?e laufen mu?.

Aber dies ist mein Traum, und ich bestimme, wie er endet.

Ich gehe den letzten Schritt und greife nach der Klinke, dann halte ich inne. Nur eine Sekunde.
Dann ?ffne ich die T?r und gehe hindurch.
Das Wasser ist tiefer, als ich gedacht habe, und ich kann nicht stehen. Aber in der Ferne kann ich das Ufer sehen, und ich beginne zu schwimmen.



BeautifulExperience: Danke f?r die Motive aus "Seelenbild" und "The Manhattan Diaries", danke f?r das Sample aus "The Manhattan Diaries".
Danke aber vor allem f?r die Erinnerungen.

11.6.05 20:55
 

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