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Sonnenfeuer von CORAZON




1722

* Eine Geschichte von Annette Emanuel *


F?r Tania und Keo


Die Aussicht von hier oben ist Wahnsinn. Die Lichter der Downtown, die mit winzigen L?mpchen geschm?ckten B?ume der Elm Street waren schon unten berauschend, aber von hier oben erh?ht sich der Reiz.
Auch jetzt bin ich oben, hier in 1722 auf einem der beiden gro?en Betten, und ich wei? nicht, wie es dazu gekommen ist, dass ich auf seinem Gesicht sitze und das Spiel seiner Zunge genie?e. Ich k?sse sie sanft zwischen den Beinen, einmal, lasse mir Zeit ? noch einmal, bevor ich sie richtig schmecken und dazu bringen will, dass sie sich gehen l?sst, in meine Haare greift und mich enger an sich zieht. Es ist nicht das erste Mal, dass wir dieses Spiel spielen, aber das erste Mal in 1722 und das erste Mal seit vergangenen Sommer.

Ich wei? noch, wie hei? sich der Sand zwischen meinen Zehen angef?hlt hat, als ich in Vancouver alleine am Strand der English Bay entlang gegangen bin. Ich hatte mich erst ganz lange auf einen der Baumst?mme gesetzt, aufs Meer zum Geisterschiff hinaus geschaut und mit Tr?nen in den Augen dar?ber nachgedacht, wie alles soweit gekommen war. Dann war ich den Strand entlang gegangen Richtung Stanley Park, und jeder Schritt rief mir ins Ged?chtnis, wie hei? dieser Sommer war, wie viel er f?r mich bedeutete. Ich hatte keine Ahnung, wie es weitergehen sollte, und einen Augenblick lang dachte ich daran, einfach hinauszuschwimmen und zu sehen, wie weit ich komme, wenn ich der Spur der M?wen am Himmel folgen w?rde.
Wie es wohl sein w?rde, wenn ich nicht mehr schwimmen konnte und das Ufer zu weit weg war, um es noch zu erreichen? Ob es weh tun w?rde, das Wasser einzuatmen und mich mit Blick zum Himmel einfach versinken zu lassen? Vielleicht w?rde es ja sch?n sein, ganz k?hl unter der Wasseroberfl?che ? das Glitzern der Sonne ?ber den Wellen zu sehen und immer tiefer zu sinken, immer weiter hinab bis auf den weichen Grund. Da f?hlte ich die kalte Unterstr?mung, und ich schrie leise auf ? erst jetzt wieder bewusst, dass ich noch immer am Strand entlang ging. Das war, als alles vorbei war und die Zeit stillzustehen schien. Ich glaubte, dass ich f?r immer in Vancouver bleiben und nicht in der Lage sein w?rde, mit zur?ck zu fliegen.

Aber jetzt, nur acht Monate sp?ter, sind wir albern und lachen miteinander ?ber unbedeutende Dinge, als wir im Delta Chelsea im 17. Stock aus dem Lift aussteigen. Es gibt keinen anderen Weg als in 1722, und ich habe es den ganzen Abend lang gewusst. Ich habe es in ihren H?nden gesp?rt, in der Art, wie wir uns auf der Tanzfl?che miteinander bewegten. Ich konnte sehen, wie er uns anschaute, unseren Bewegungen folgte, uns keine Sekunde aus den Augen lie?, w?hrend er sich selbst so geschmeidig im Rhythmus der Musik bewegte, dass er mehr von einem Tier als von einem Menschen hatte. Wir waren wie Antilopen auf dem Weg zur Wasserstelle, und er witterte seine Beute und war bereit, seiner Gier freien Lauf zu lassen.
Doch jetzt bin ich oben, und ich liebe es, auf seinem Gesicht zu reiten, ihn von mir trinken zu lassen, w?hrend ich selbst zu trinken beginne.
Lust hat einen ganz eigenen Geschmack, und ich kann nicht genug davon bekommen, suche nach mehr mit meiner Zunge. Sie kommt mir entgegen und bewegt sich genauso in meinem Gesicht wie ich mich in seinem. Ihre F??e streicheln meinen R?cken, und ich keuche meine Lust mit hei?em Atem zwischen ihre Beine, w?hrend er mir die gleiche Sinnesempfindung verschafft und mich noch mehr zum St?hnen bringt.
Ich kann uns h?ren, und in diesem Augenblick kann ich uns auch sehen: es ist ein einmalig sch?nes, lebendiges Gem?lde, das in vollendeter Bewegung ist. Es ist ein Tanz, den wir im Club nicht tanzen konnten, der sich aber schon dort abgezeichnet hat.
Ich sp?re seine Zunge, und ich will, dass er niemals damit aufh?rt. Und als sich die Lichter immer schneller um uns drehen und keiner von uns mehr denken kann, sind wir alle ganz oben, und der Raum l?st sich genauso auf wie die Zeit, die dazwischen liegt - und die rote T?r ?ffnet sich vor mir und ich trete hinein, als der Asiate hinter mir leise zu lachen beginnt, so, als h?tte er es die ganze Zeit geahnt, dass ich kommen, und gewusst, was ich an diesem seltsamen Ort finden w?rde.


BeautifulExperience: Danke f?r das Motiv aus "The Manhattan Diaries"
CORAZON: Danke f?r das Sonnenfeuer "View from 1722"



13.6.05 08:57
 

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