Das Buch der Träume
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Das Ende der Wirklichkeit

Teil 6


* Ein Essay von BeautifulExperience *


4 Faszination der Psychedelica:
SELBSTZEUGNISSE


?Aber wer durch die T?r in der Mauer zur?ckkommt, wird nie wieder ganz derselbe Mensch sein, der durch sie hinausging. Er wird weiser sein, aber weniger selbstsicher, gl?cklicher, aber weniger selbstzufrieden, dem?tiger im Eingest?ndnis seiner Unwissenheit und doch besser ausger?stet, die Beziehung zwischen Worten und Dingen, zwischen systematischem vernunftgem??em Denken und dem unergr?ndlichen Geheimnis zu verstehen, das er mit eben jener Vernunft ewig vergeblich zu begreifen versucht.?

Aldous Huxley
(Huxley 1970, 61/62)


?Die Gefahr des Meskalins ist der Glaube, der unsinnige, unmittelbare, totale Glaube, den es einfl??t, der Glaube, der die Besucher so ?berrascht, wenn sie die Geisteskranken reden h?ren: ?Es ist nicht m?glich, dass sie an ihre absurden Vorstellungen glauben.?
Der Glaube ist genau das am wenigsten problematische Problem. Was erscheint nach der Erfahrung mit Meskalin nat?rlicher als der Glaube? Der Wahnsinn ist ein Teilbezirk des Glaubens. Hier l??t das Wort Abgrund nicht mit sich spa?en. Man kann sich nicht aushaken. So kann der Irre sich nicht aushaken. H?tet euch zu glauben.?

Henri Michaux
(Michaux 1961, 158)


?Die Alchimisten im Mittelalter zerbrachen sich den Kopf, wie man aus dem tr?ben Blei des Erdendaseins die Tinktur des ewigen Lebens gewinnen k?nne ? die Heutigen sind ?ber so etwas l?ngst hinaus.- Die trachten, das Gold der Unsterblichkeit in schmierige Banknoten zu verwandeln.?

Gustav Meyrink
(in: Smit 1990, 52/53)


?Die Vielfalt und Geschwindigkeit der Ger?usche steigerte sich, als ahnten sie, dass ich meine Zuversicht verloren hatte; ihre Vibrationen waren so stark, dass ich glaubte, ich m?sse erbrechen.?

Carlos Castaneda
(Castaneda 1975, 206)





4.1 ALDOUS HUXLEY

4.1.1 Zur Person; Zugang zur Droge


Aldous Leonard Huxley, 1894 in Godalming/Surrey geboren, wurde in Eton erzogen, studierte nach einer schweren Augenkrankheit englische Literatur in Oxford und war ab 1919 zun?chst als Journalist und Theaterkritiker t?tig.
Seine literarische Laufbahn begann er 1921 mit der Ver?ffentlichung seines ersten Romans ?Die Gesellschaft auf dem Lande?. Von 1938 an lebte er in Kalifornien. Huxley starb 1963 in Hollywood.
Sein vielf?ltiges literarisches Schaffen umfa?t Gedichte, Reisebeschreibungen, philosophische und naturwissenschaftliche Essays, Erz?hlungen sowie vor allem ein umfangreiches zeit- und gesellschaftskritisches Romanwerk, in dem sich von den drei?iger Jahren an eine vom Buddhismus beeinflu?te mystische Haltung niederschl?gt. Sein 1932 erschienener Roman ?Sch?ne Neue Welt? erlangte Weltruhm (Huxley 1970, 2).
Aldous Huxley war zum Teil f?r die Meskalin-?Mode? in den 50er Jahren ?verantwortlich?.
Sie gr?ndete sich mit auf sein Buch ?Die Pforten der Wahrnehmung?, in dem er seine Erfahrungen darstellt. Aus der Dokumentation ?Rauschgiftesser erz?hlen? von Edward Reavis geht hervor, dass Huxley die Droge von Dr. H. Osmond, dem Chefarzt einer kanadischen Nervenklinik, erhielt. Dr. Osmond arbeitete damit auf der Suche nach einem Heilmittel f?r Schizophrenie (Reavis 1986, 97).
Huxleys fr?he Schriften enthalten ungew?hnlich scharfe Attacken gegen seine Zeit und seine Zeitgenossen (eine augenscheinliche Parallele zu Gustav Meyrinks Fr?hwerk; als Beispiel sei nur ?Des deutschen Spie?ers Wunderhorn? genannt), zu denen eine zynische Haltung geh?rte, die sich nur durch die Entdeckung einer neuen Basis, auf die sich das Leben gr?nden konnte, vor dem Selbstmord bewahrte.
Es wundert nicht, dass er dann sp?ter, wie viele seiner kritisch-skeptischen Vorl?ufer, dazu neigte, sich dem Prinzip moralischer Disziplin und eines humanistischen Glaubens wieder zuzuwenden.

Huxley war mit D. H. Lawrence befreundet, dessen Werk und Art er sehr bewunderte. Zwischen Huxleys religi?sem und Lawrences sexuellem Mystizismus gibt es Parallelen; aber Huxley besa? schlie?lich doch zuviel Achtung vor dem Wert wissenschaftlicher Erkenntnis, als dass er f?hig gewesen w?re, sich in einen Mystizismus um seiner eigenen Werte und Wahrheiten willen zu verlieren.
Ein echter Heide wie Lawrence konnte er nicht werden. Ihn interessierten konkrete Bez?ge, die analytisch nachgepr?ft werden konnten. Das zeigt auch seine Schilderung des Meskalin-Versuchs, die st?ndig unterbrochen wird, weil Huxley allgemeine Beobachtungen einflicht und Verbindungen herstellt.
Huxleys Art, Drogen zu nehmen, gleicht einer angestrengten Suche nach einem Zugang zum ?Goldenen Zeitalter?, einer Medizin gegen die Welt, die ihn tief entt?uscht hatte (Reavis 1986, 97/98).


4.1.2 Die Erfahrungen Huxleys

?...was ich erwartet hatte, trat nicht ein. Ich hatte erwartet, vor meinen geschlossenen Augen w?rden Visionen von vielfarbigen geometrischen Formen auftauchen, von unerh?rt sch?nen, ein eigenes Leben besitzenden architektonischen Gebilden, von Landschaften mit heroischen Gestalten, von symbolischen Dramen, die st?ndig h?chste Offenbarung verhie?en. Wie sich jedoch erwies, hatte ich nicht mit den Idiosynkrasien meiner geistigen Konstitution, mit den Gegebenheiten meines Temperaments, meiner Erziehung und meiner Gewohnheiten gerechnet.? (Huxley 1970, 13/14).

Gleich zu Beginn seines Buches ?Die Pforten der Wahrnehmung? kommt Aldous Huxley auf einen Punkt zu sprechen, der entscheidend ist f?r die Erfahrungen mit und die Wirkungsweise von Psychedelica. Beeinflu?t durch die Erfahrungsberichte von William Blake und Swedenborg, erwartete Huxley ?hnliche Visionen zu erleben wie diese, lie? dabei aber ganz au?er acht, dass die Haltung/die Einstellung und die eigene PERSONHAFTIGKEIT entscheidenden Einflu? auf die psychedelische Erfahrung haben.
Huxley beschreibt sich selbst als einen Menschen mit nur wenig ausgepr?gtem visuellem Ged?chtnis und visueller Phantasie; demzufolge h?lt er sich auch f?r unf?hig, Visionen zu empfangen. Mit geschlossenen Augen erschienen ihm ?...weder (..) Gesichter noch menschliche oder tierische Gestalten. Ich sah keine Landschaften, keine riesigen Weiten, kein zauberhaftes Wachsen und Sichver?ndern von Geb?uden, nichts, was im entferntesten einem Drama oder einer Parabel glich. Die ?andere? Welt, zu der das Meskalin mir Zutritt gew?hrte, war nicht die Welt der Visionen; sie existierte drau?en, war das, was ich mit offenen Augen sehen konnte. Die gro?e Ver?nderung vollzog sich im Bereich objektiver Tatsachen. Was mit meinem subjektiven Weltall geschehen war, war verh?ltnism??ig unbedeutend.? (Huxley 1970, 13/14).

Huxley nahm unter experimentellen Bedingungen im Fr?hjahr 1953, ?an einem sch?nen Maimorgen? (Huxley), vier Zehntelgramm Meskalin in einem halben Glas Wasser gel?st zu sich und setzte sich dann, ?um die Wirkung abzuwarten? (Huxley). Ort des Experiments war sein eigenes Arbeitszimmer. Beim Betrachten von Blumen in einer Glasvase beschreibt Huxley das Ph?nomen der ?ISTIGKEIT?, eine Art reinen, unverf?lschten Seins..

?Istigkeit ? war das nicht das Wort, das Meister Eckhart so gerne gebrauchte? Das Sein der platonischen Philosophie ? nur dass Plato den ungeheuren, den grotesken Irrtum begangen zu haben schien, das Sein vom Werden zu trennen... Der arme Kerl konnte nie gesehen haben, wie Blumen aus ihrem eigenen inneren Licht heraus leuchteten und so gro?e Bedeutung erlangten, dass sie unter dem Druck erbebten, der ihnen auferlegt war; er konnte nie wahrgenommen haben, dass das, was Rose und Schwertlilie und Nelke so eindringlich darstellten, nichts mehr und nichts weniger war, als was sie w a r e n - eine Verg?nglichkeit, die doch ewiges Leben war, ein unaufh?rliches Vergehen, das gleichzeitig reines Sein war, ein B?ndel winziger, einzigartiger Besonderheiten, worin durch ein unaussprechliches und doch selbstverst?ndliches Paradoxon der g?ttliche Ursprung allen Daseins sichtbar wurde.? (Huxley 1970, 15/16).

Auf eine Anfrage des Experimentators wendet sich Huxley r?umlichen Beziehungen zu und erkennt, dass der Raum zwar ?noch immer da? (Huxley) war, aber an Bedeutung verloren hatte. ?Der Geist war an erster Stelle nicht mit Ma?en und r?umlichen Lagen befa?t, sondern mit Sein und Sinn.? (Huxley 1970, 18).
Aber nicht nur R?umlichkeit erschein Huxley in seinem ?meskalisierten? Zustand belanglos: viel mehr noch erf?llt ihn Gleichg?ltigkeit gegen die Zeit. Sein tats?chliches Erleben war das einer unaufh?rlichen Gegenwart, ?..die aus einer einzigen, sich immerfort ver?ndernden Offenbarung bestand.? (Huxley 1970, 18).
Er berichtet von einem Gef?hl der ?Zeitlosigkeit?, in dem mehrere Minuten f?r ihn die gleiche Bedeutung besitzen wie mehrere Jahrhunderte ? und in ihrer Dauer tats?chlich nicht mehr zu unterscheiden sind.
Nach einer ausgedehnten Betrachtung von verschiedenen Gegenst?nden und Bildern in seinem Arbeitsraum wendet sich Huxley auf Verlangen des Experimentators ein weiteres Mal den Vorg?ngen in seinem Kopf zu, die sich ereignen, wenn er die Augen schlie?t ? und ist zutiefst ern?chtert..
?Was ich sah, waren lediglich stark gef?rbte, best?ndig wechselnde Gebilde, die aus Kunstharz oder emailliertem Blech zu bestehen schienen.
?Billig!? war meine Bemerkung dazu. ?Gew?hnlich! Wie Dinge aus einem Zehn-Cent-Bazar.?
Und all dieses minderwertige Zeug existierte in einem geschlossenen, eingeengten Universum.
?Es ist so, als w?re man auf einem Schiff unter Deck?, sagte ich. ?In einem schwimmenden Zehn-Cent-Bazar.?
Und bei weiterer Betrachtung wurde mir klar, dass dieses Zehn-Cent-Bazarschiff irgendwie mit menschlicher Anma?ung zusammenhing. Dieses erstickende Innere eines Zehn-Cent-Bazarschiffs war mein eigenes pers?nliches Ich; dieser Krimskrams, bestehend aus beweglichen Teilchen aus Blech und Kunstharz, war mein pers?nlicher Beitrag zum Weltall.
Ich empfand die Lektion als heilsam, aber es betr?bte mich dennoch, dass sie in diesem Augenblick und in dieser Form erteilt werden mu?te.? (Huxley 1970, 35/36).

Huxley wird also konfrontiert mit der Basis seiner eigenen Selbstgef?lligkeit; er erlebt diese Basis als illusion?r, als ?falschen Glitter?, und erf?hrt dabei eine Art ?Zurechtstutzung? seiner eigenen Wertigkeit.

Als der Experimentator einen Gang durch den Garten vorschl?gt, stellt Huxley beim Versuch, sich zu erheben, fest, dass sein K?rper sich fast v?llig von seinem Geist losgesagt zu haben schien. Erst nach kurzem Z?gern ist er f?hig, aufzustehen...
?Es war nat?rlich ein sehr seltsames Gef?hl, nicht mehr zu diesen Armen und Beinen ?dort drau?en?, diesem v?llig gegenst?ndlichen Rumpf, diesem Hals und nicht einmal zu diesem Kopf zu geh?ren. Es war verwunderlich, aber man gew?hnte sich bald daran. Und jedenfalls schien der K?rper durchaus imstande zu sein, selber f?r sich zu sorgen. In Wirklichkeit sorgt er nat?rlich immer selber f?r sich. Das bewu?te Ich kann nicht mehr tun, als W?nsche zu formulieren, welche dann durch Kr?fte ausgef?hrt werden, die es nur wenig beherrscht und ganz und gar nicht versteht. Wenn es mehr tut ? wenn es sich zum Beispiel zu sehr anstrengt, wenn es sich zu sehr sorgt, zu sehr die Zukunft f?rchtet -, verringert es die Wirksamkeit dieser Kr?fte. Und das kann sogar dazu f?hren, dass der in seiner Lebenskraft geschw?chte K?rper erkrankt.? (Huxley 1970, 41).
Verbl?ffend ist hier die Sicherheit, mit der Huxley seine ?Erkenntnisse? unter Meskalineinflu? ausspricht. Er formuliert diese Erkenntnisse nicht als M?GLICHKEITEN, sondern als WAHRHEITEN. Huxley beschreibt sein Bewu?tsein in diesen Momenten als ?..nicht auf ein Ich bezogen?; f?r ihn war es sozusagen selbst?ndig, selbst-seiend...
?So hatte sich auch der den K?rper beherrschende physiologische Verstand verselbst?ndigt. F?r den Augenblick war jener sich einmischende Neurotiker, der in wachen Stunden seine Show abzieht, gl?cklicherweise ausgeschaltet.? (Huxley 1970, 41/42).
Interessant hierbei ist, welchen Platz Huxley, der zweifellos ein stark vom Verstand bestimmter Mensch ist, diesem Verstand zuweist. Er erscheint ihm fast schon als ein Hindernis, eine l?stige Barriere vor dem Zugang zu wahrer Erkenntnis.
Bezeichnend hierf?r ist auch Huxleys immer wieder zwischen den Zeilen durchschimmernde Sehnsucht nach Visionen ? und seine Entt?uschung dar?ber, dass er sich als unf?hig erweist, solche zu empfangen.
Letztendlich bewegt sich Huxleys Meskalin-Erfahrung doch noch auf Bereiche zu, die ihn geistig v?llig ?berfordern und ihn ?ngstigen...

?Einem Liegestuhl gegen?ber, der aussah wie das J?ngste Gericht ? oder, genauer gesagt, einem J?ngsten Gericht gegen?ber, das ich nach langer Zeit und mit betr?chtlicher Schwierigkeit als einen Liegestuhl erkannte -, merkte ich pl?tzlich, dass ich mich auf der Schwelle zur Panik befand. Dies, so f?hlte ich auf einmal, ging denn doch zu weit. Es ging zu weit, obgleich es ein Eindringen in intensivere Sch?nheit, tiefere Bedeutung darstellte.
Die Furcht, wenn ich sie nun nachtr?glich analysiere, galt einem ?berw?ltigtwerden, einem Zerfallen unter einem Druck der Wirklichkeit, der so stark werden k?nnte, dass ein Geist, der es gewohnt war, sich die meiste Zeit in einer Welt von Symbolen heimisch zu f?hlen, ihn unm?glich ertragen k?nnte.? (Huxley 1970, 43/44).

Huxleys Fazit, das er aus seinem psychedelischen Erlebnis zieht, ist dennoch positiv:
?Aber wer durch die T?r in der Mauer zur?ckkommt, wird nie wieder ganz derselbe Mensch sein, der durch sie hinausging. Er wird weiser sein, aber weniger selbstsicher, gl?cklicher, aber weniger selbstzufrieden, dem?tiger im Eingest?ndnis seiner Unwissenheit und doch besser ausger?stet, die Beziehung zwischen Worten und Dingen, zwischen systematischem vernunftgem??em Denken und dem unergr?ndlichen Geheimnis zu verstehen, das er mit eben jener Vernunft ewig vergeblich zu begreifen versucht.? (Huxley 1970, 61/62).



4.1.3 Auswirkungen auf Huxleys Pers?nlichkeit und sein Leben

Soweit aus der Literatur ersichtlich, l??t sich sagen, dass Huxleys Meskalin-Experiment in erster Linie die Folge hatte, den Verstandesmenschen Huxley zweifeln zu lassen ? zweifeln zu lassen am Stellenwert und der Bedeutung des eigenen Verstandes angesichts dessen, was wirklich LEBENDIG ist, was sich au?erhalb einer WELT von SYMBOLEN befindet. Trotzdem gelingt es ihm nicht, sich aus den ?Fesseln? seiner geistigen Konstitution zu befreien, obwohl er sich scheinbar bis zuletzt danach sehnt. Noch in seinem letzten Roman, ?Eiland? von 1962, weist er der moksha-Medizin (?Medizin der Befreiung?), einer Art Idealdroge, zentrale Bedeutung zu:

??Theologisch ausgedr?ckt?, sagte Vijaya, ?bereitet einen die moksha-Medizin f?r den Empfang unverdienter Gnaden vor: pre-mystische Visionen oder auch die vollentfalteten mystischen erfahrungen. Meditation ist einer der Zugangswege zu diesen unverdienten Gnaden.?
?Auf welche Weise??
?Indem man die Gem?tsverfassungen weiterentwickelt, die es einem erm?glichen, die verwirrenden ekstatischen Einsichten zu dauernden und gewohnheitsm??igen Erleuchtungen werden zu lassen.?
?Sie meinen, sie verhilft einem dazu, kl?ger zu werden??
?Nicht kl?ger, was die Wissenschaften oder logisches Argumentieren betrifft ? kl?ger auf der tieferliegenden Ebene konkreter erfahrungen und pers?nlicher Beziehungen.?? (Huxley 1984, 354).

Huxleys Meskalinerfahrung, geschildert in ?Die Pforten der Wahrnehmung?, erschien erstmals 1954. Zwei Jahre sp?ter dann, 1956, erschien sein Buch ?Himmel und H?lle?, in dem er sich nochmals mit der Wirkungsweise von Meskalin besch?ftigt (allerdings ohne einen erneuten Selbstversuch durchzuf?hren bzw. diesen zu dokumentieren), andere Visionenerreger erw?gt (u.a. Edelstein, Glas, Marmor, Kontemplation, geschlechtliche Vereinigung) und einen Vergleich wagt zwischen seligem und entsetzlichem vision?ren Erleben.
Drogen und ihre Bedeutung f?r Staat und Gesellschaft, Kirche und Religion, Wahrnehmung und Bewu?tseinsver?nderung besch?ftigen Huxley sein ganzes Leben lang. Huxley entwickelt in seinen Romanen das Bild zweier Idealdrogen: das ?Soma? (in ?Brave New World?) und die ?moksha-Medizin? (?Eiland?). Gemeinsam sind beiden die Eigenschaften, Visionen hervorzurufen und v?llig unsch?dlich zu sein.
Allerdings ist Huxley weit davon entfernt, ein Drogenbef?rworter zu sein. Im allgemeinen bezeichnet er Drogen als ?Feinde der Freiheit? (Witschel 1968, 35) und gesteht lediglich dem Meskalin eine relative Ausnahmestellung zu.
Huxley selbst war zu keiner Zeit seines Lebens von einer Droge abh?ngig. Wenn er eine Droge einnahm (dokumentiert ist lediglich Meskalin), so geschah dies experimentell und diente der Erkenntnissuche.
Huxleys eigene lebenslange Suche war gekennzeichnet von der steten Sehnsucht nach einer besseren, menschlicheren Welt, deren Umrisse er unter anderem durch konstruktive Gesellschaftskritik aufzeigen wollte. Diese Sehnsucht gipfelte dann in seinem letzten Romanwerk ?Eiland?, in dem er, selbst schon schwer krank, die positive Utopie einer Gemeinschaft entwirft, die sich zu den Prinzipien des Guten und der Freiheit nicht nur bekennt, sondern sie auch anwendet.
Huxleys positive Meskalinerfahrung bewog ihn wohl letztendlich sogar zu dem Schritt, die Sterbeerfahrung selbst, seinen eigenen Tod unter LSD-Einflu? zu erleben (LSD wirkt auf ?hnliche Weise wie Meskalin). LSD wird dabei gleichbedeutend f?r ihn mit seiner fiktiven moksha-Medizin.


?Solange der Mensch eine St?tte in sich beh?lt, so beh?lt er auch einen Unterschied. Darum bitte ich Gott, dass er mich Gottes quitt mache, denn das unseiende Sein ist ?ber Gott und ?ber allen Unterschied: da war ich selber, da wollte ich mich selber und erkannte mich selber, um diesen Menschen hier zu machen, und darum bin ich die Ursache meiner selbst nach meinem Wesen, das ewig ist, und nach meinem Wesen, das zeitlich ist, und darum bin ich geboren, und nach der Weise meiner Geburt, die ewig ist, vermag ich nimmermehr zu sterben. Nach der Weise meiner ewigen Geburt bin ich ewiglich gewesen und bin es jetzt und werde es ewig bleiben. Was ich als zeitliches Wesen bin, das soll sterben und zunichte werden, denn es ist an den Tag gebunden; darum mu? es mit der Zeit verderben. In meiner Geburt wurden alle Dinge geboren, und ich war Ursache meiner selbst und aller Dinge und wollte ich, so w?re weder ich noch alle Dinge; w?re ich nicht, so w?re auch Gott nicht.?

Meister Eckehart
(Hrsg.: H.C. Meiser 1987, 191)



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