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The Manhattan Diaries
Teil 8


* Eine Geschichte von BeautifulExperience *


Der Times Square zog Bo an wie eine Motte das Licht, aber uns war er irgendwann zuwider, und darum gingen wir nur noch einmal mit ihm.
Wir gingen bis zur Höhe des NYPD, und die Hochhausfassaden um die Kreuzung herum leuchteten in der Dunkelheit wie ein überdimensionierter Weihnachtsbaum auf Speed. Wir mussten nur kurz miteinander reden, um zu wissen, wie wir es ihm zeigen wollten, und dann sagten wir ihm einfach, dass er nur für eine Minute die Augen ganz fest schließen und auf keinen Fall blinzeln soll. Bo ging in sich, horchte und atmete, und als er die Augen wieder öffnete, konnten wir sehen, dass er verstanden hat. Er wollte nie wieder an den Times Square.

*

"Ich muss etwas darüber schreiben."
Er sagte es uns am nächsten Morgen im Hotel, nachdem wir die Nacht kaum geschlafen hatten. Andauernd gingen die Sirenen der Polizeiwagen, und auch das Hupen auf den Straßen hörte nie auf. War es möglich, dass eine ganze Stadt auf Kokain war?
Ich fühlte mich inzwischen abgestoßen und wollte trotz allem, was mir an Manhattan gefallen hat, nur noch nach Hause, und seine Bemerkung, dass es nicht leicht werden würde, den Weg zu finden, war nur seltsam für mich.
Ich fragte ihn, ob er schon wüsste, wie die Geschichte heißen wird, und er sagte nur, dass der wirkliche Name schon passt und dass es keinen anderen für die Geschichte geben könne.

*

Hindurchzugehen war wie Tauchen, und die Dinge verschwammen vor meinen Augen. Ich konnte nichts klar erkennen, und das flimmernde Licht, das alles verzerrte und verfremdete, nahm auch die Töne in sich auf, und ich konnte die Stimme des Asiaten kaum noch hören. Er wollte mich auf etwas hinweisen (wollte er mich warnen?), aber seine Sprache war so fremd. Ein einziges Wort konnte ich klar hören, und es klang wie ein englisches Wort: Spikes.
Ich konnte nichts damit anfangen, und als ich mich umdrehte, konnte ich nur noch ganz schwach die Umrisse der Tür erkennen.
Hatte ich sie hinter mir geschlossen? Hatte der Asiate sie zugemacht?
Ich wollte rufen, aber ich bekam keinen Ton heraus, als ich die Lippen öffnete und etwas wie zähflüssiges Wasser in meinen Mund eindrang. Ich bekam Panik, aber ich konnte atmen, ganz normal atmen, und dann spürte ich, dass etwas ganz nahe war.
Es verhielt sich nicht aufdringlich, es wartete ab. Es war wie etwas im Hintergrund meines Verstandes mit einer ganz leisen Stimme.
Ich drehte mich um und hielt danach Ausschau, aber ich konnte nichts außer den flimmernden Lichtern erkennen, die nun einen langgezogenen Pfad abwärts über eine endlose Masse dunklen Samts bildeten. Das Schwarz war nicht Nichts; es war wie das zähflüssige Wasser in meinem Mund, meiner Nase und meinen Lungen greifbar, fast lebendig, und als ich den hellen Pfad abwärts ging, war es, als würde ich über Sterne wandern.
21.8.06 19:15
 

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